Ratsherr Dirk Machentanz vor dem Rathaus Hannover
Dirk Machentanz
Fraktionsvorsitzender
53 Jahre, Diplomverwaltungswirt
Aufgewachsen in Bad Pyrmont wurde Dirk Machentanz Dipl. Verwaltungswirt (FH) und studierte anschließend erfolgreich Politikwissenschaften, Geschichte und Soziologie in Hannover.
Von Beginn an machte er linke Politik, etwa in den Bezirksräten Hannover-Mitte und Linden-Limmer. Seit 2016 war er für die Linke im Rat der Stadt. Vor zwei Jahren verließ er die Partei, trat später in das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ein und bildete mit Andre Zingler die BSW-Stadtratsfraktion. Im März dieses Jahres trat Machentanz aus dem BSW wieder aus. Seitdem ist er Vorsitzender der zweiköpfigen, unabhängigen Fraktion Soziale Gerechtigkeit Hannover (SGH) im Rat der Landeshauptstadt.
Dirk Machentanz lebt in Linden-Nord. Seine Schwerpunkte sind die Wohnungspolitik, insbesondere die Schaffung preisgebundenen Wohnraums, und die Sozialpolitik.
Kontakt
Mail: dirk.machentanz@hannover-rat.de
Kommunalpolitik macht Spaß, wenn sie etwas bewegt.
Getreu seiner Erkenntnis hält Dirk Machentanz nicht nur Reden im Rat. Kommunalpolitik heißt für ihn vor allem auch, etwas zu bewegen und Menschen ganz konkret unter die Arme zu greifen. So verhalf er einer von Obdachlosigkeit bedrohten alleinerziehenden fünffachen Mutter zusammen mit der städtischen Wohnungsgesellschaft hanova Wohnen zu einer neuen Bleibe in Linden. Ihre alte Wohnung musste sie wegen einer Zwangsräumung verlassen. Schon mit 18 Jahren hatte er zusammen mit einem Ratsherrn der Grünen das Jugendparlament in seiner Geburtsstadt Bad Pyrmont aus der Taufe gehoben – damals eines der ersten Jugendparlamente in Niedersachsen überhaupt.
Dirk Machentanz kommt aus einem kleinstädtisch geprägten Arbeitnehmerelternhaus. Sein Vater war Einzelhandelskaufmann, seine Mutter Reinigungsfachkraft. Da war der Weg in die SPD nicht weit.
Nach einer Beschäftigung im Bau- und Sozialamt der Bad Pyrmonter Stadtverwaltung zog Machentanz 1997 zum Studium der Politikwissenschaften, Geschichte und Soziologie nach Hannover. Er war für die SPD bis 2006 im Bezirksrat Mitte und Ortsvereinsvorsitzender. Im Zuge der Agenda 2010 kam es zum Bruch mit der Partei. Mit Gründung der LINKEN wechselte er sein Parteibuch. „Der Widerstand gegen die Armut per Gesetz war in der SPD nicht mehr möglich“, begründet er seinen Schritt. Die hannoversche SPD sei inhaltlich verkrustet und zum Teil auch korrupt gewesen.
Machentanz engagierte sich als Linker vor allem in Linden. Er gehörte dem dortigen Arbeitslosenkreis an, in dem es um die Umsetzung der Hartz-IV-Gesetze ging. Wenig später wurde er zum Vorsitzenden der Basisorganisation Linden-Limmer gewählt und war ab 2011 viele Jahre Vorsitzender der Bezirksratsfraktion. Ab 2016 war er Vorsitzender der Ratsfraktion.
Sein linkes Parteibuch gab er vor zwei Jahren zurück. Dirk Machentanz zog damit die Konsequenzen aus den jahrelangen Streitereien in der hannoverschen Linkspartei, welche die politische Arbeit auch im Rat gelähmt hatten. Unzufrieden war er aber auch mit den bundespolitischen Inhalten und der neuen Ausrichtung der Partei Die Linke. „Sie wackelt in der Friedensfrage, während uns die Regierenden immer weiter in die Kriegsbeteiligung führen“, kritisiert er. „Die Linke unterstützt den Wirtschaftskrieg gegen Russland, was unsere Industrie ruiniert, damit die gesamte Wirtschaft schwächt und zu immensen Preissteigerungen führt. Das überfordert viele. Diese Partei hat sich überflüssig gemacht, weil sie die Kleinen Leute ‚links‘ liegengelassen hat.“
Schließlich trat Dirk Machentanz ins „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) ein. Er glaubte, dort eine neue politische Heimat gefunden zu haben und bildete mit Ratsherr Andre Zingler die BSW-Ratsfraktion. Was folgte waren aber monatelange Auseinandersetzungen im Kreisverband der hannoverschen Partei, der Machentanz ein Demokratiedefizit bescheinigt. Sie werde von wenigen, politisch unerfahrenen Akteuren beherrscht, die jede offene politische Diskussion unterbinden, sagt er. Dazu passe, dass sich das BSW für Koalitionen mit der AfD geöffnet habe, was er ablehne. Nach kurzer Zeit kehrte Dirk Machentanz auch dieser Partei den Rücken.
Seit März dieses Jahres ist er Vorsitzender der zweiköpfigen, unabhängigen Fraktion Soziale Gerechtigkeit Hannover im Rat der Landeshauptstadt. Er bildet wieder eine Fraktion mit Andre Zingler, der auch keiner Partei mehr angehört.
Nach seinen kommunalpolitischen Schwerpunkten gefragt, nennt Dirk Machentanz die Wohnungs- und Sozialpolitik. Der sozial orientierte Ratsherr kämpft seit Jahren im Rat für den Bau von genügend bezahlbaren Wohnungen und für eine menschenwürdige Unterbringung von Obdachlosen.
In seiner Freizeit schaut Dirk Machentanz gern Fußball – und zwar nicht nur im Fernsehen. Der Amateurfußball von Arminia Hannover hat es ihm angetan. „Ich fahre gern zu den Spielen“, betont er. Wenn noch etwas Zeit bleibt, liest er gern ein gutes Buch und interessiert sich für Kultur.
